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Allan Kiprono und Fate Tola gewinnen HAJ Hannover Marathon, Arne Gabius kommt nicht ins Ziel

[09.04.2017]

Allan Kiprono und Fate Tola sind die Sieger des HAJ Hannover Marathon. Der Kenianer, der vom deutschen Coach Dieter Hogen betreut wird, gewann in 2:09:52 Stunden vor seinem Landsmann Philip Sanga, der nach 2:10:07 im Ziel war. Dritter wurde zeitgleich mit Sanga der Norweger Sondre Moen. Er brach mit 2:10:07 einen 30 Jahre alten Landesrekord.

Arne Gabius (Therapie Reha Bottwartal) kam bei seinem ersten Marathonstart seit einem Jahr nicht ins Ziel. Er gab das Rennen nach knapp 33 Kilometern aufgrund von Problemen an der linken Achillessehne auf. Bereits kurz nach der 10-km-Marke hatte der deutsche Marathon-Rekordler (2:08:33 Stunden) den Anschluss an die Spitzengruppe verloren und musste dann weitestgehend alleine laufen. Bei guten, aber relativ warmen Wetterbedingungen gewann Fate Tola (Eintracht Braunschweig) mit der deutschen Jahresbestzeit von 2:27:48 das Rennen der Frauen. Sie sicherte sich damit auch endgültig die Teilnahme bei der WM in London im Sommer. Mit deutlichem Abstand folgten Nataliya Lehonkova (Ukraine/2:33:20) und Mulunesh Asefa (Äthiopien/2:37:27) auf den Plätzen zwei und drei.

Rahmenwettbewerbe hinzugerechnet, verzeichneten die Veranstalter des HAJ Hannover-Marathon eine Rekord-Meldezahl von gut 22.200 Läufern.

Als eine Gruppe von neun Läufern die Halbmarathonmarke fast sekundengenau wie geplant nach 65:04 passierte, lag Arne Gabius bereits 33 Sekunden zurück. Kurz nach Kilometer zehn hatte er die Spitzengruppe ziehen lassen müssen, weil das Tempo zu schnell für ihn war. „Das war im Prinzip nicht so schlimm, obwohl es natürlich schwieriger ist, wenn man alleine laufen muss“, sagte Arne Gabius. „Mir fehlten einfach drei bis vier Wochen Training. Dadurch wurde es hart. Dann kamen die Schmerzen in der Achillessehne hinzu.“ Als der 36-Jährige zwischen Kilometer 32 und 33 stehen blieb, zog er sich zunächst den linken Schuh aus. Bereits beim London-Marathon vor einem Jahr hatte er da Rennen vorzeitig beendet. „Ich mache jetzt erst einmal zwei Wochen Pause.“ Während es durchaus sein kann, dass Arne Gabius im Sommer auch 10.000 m läuft, um Schnelligkeit zu bekommen, wird ein Herbst-Marathon sein nächstes großes Ziel sein.

Während Arne Gabius aus dem Rennen war, entwickelte sich ein packender Kampf um den Sieg. Nach einer 30-km-Zwischenzeit von 1:32:33 Stunden formierte sich eine fünfköpfige Spitzengruppe. Es war dann Philip Sanga - mit einer Bestzeit von 2:06:07 Stunden der schnellste Läufer auf der Startliste -, der die Initiative ergriff und sich etwas löste. Doch Kiprono, Moen, Südafrikas Titelverteidiger Lusapho April und Nicholas Kamakya (Kenia) holten ihn relativ schnell wieder ein. Dann aber trat Sanga nach 35 km erneut an, und dieses Mal waren April und Kamakya geschlagen. Kiprono und Moen kämpften um den Anschluss. Vor tausenden Zuschauern am Straßenrand entwickelte sich ein spannender Kampf um den Sieg.

Zunächst verlor Moen den Anschluss an Kiprono, dann erreichte der Kenianer seinen führenden Landsmann. Vier Kilometer vor dem Ziel setzte sich Kiprono ab, während Sanga kurz danach auch von Moen überholt wurde. Doch auf dem letzten Kilometer kam Sanga wieder zurück. Er konnte zwar Kiprono nicht mehr erreichen, aber Moen fing er kurz vor dem Ziel noch ab.

„Ich war mir bis zum Schluss nicht sicher, ob ich gewinnen würde“, sagte der 27-jährige Kiprono, der eine Bestzeit von 2:09:38 aufweist. „Im Herbst möchte ich mich nun auf 2:06 bis 2:07 steigern und in Frankfurt laufen.“

Hinter Sanga und Moen wurde Kamakya Vierter mit 2:11:35. Der dreifache Hannover-Sieger Luspaho April, der mit 2:08:32 auch Streckenrekordler ist, belegte Rang fünf in 2:11:41.

Trotz Seitenstechen und Magenproblemen ab Kilometer 33 lief Sondre Moen ein glänzendes Rennen. „Es ist schade, dass ich nicht unter 2:10 gelaufen bin, aber ich freue mich natürlich sehr über den norwegischen Rekord“; sagte der 26-Jährige, der in Hannover die Marke von Geir Kvernmo um zehn Sekunden unterbot. Er war 1987 in London 2:10:17 gelaufen.

Im Rennen der Frauen ließ Fate Tola frühzeitig, nach der 10-km-Marke, alle Konkurrentinnen weit zurück. Als sie nach 51:48 Minuten 15 km gelaufen war, betrug der Vorsprung bereits über eine Minute. Mit Zwischenzeiten von 1:13:06 bei der Hälfte und 1:43:42 nach 30 km schien es sicher, dass sie den Streckenrekord von 2:27:07 deutlich unterbieten würde. Doch es kam anders. Ihr wichtigster Tempomacher zog sich eine Muskelverletzung zu, und rund zehn Kilometer vor dem Ziel war sie auf sich alleine gestellt und wurde langsamer. „Zwischen Kilometer 36 und 37 war die Kraft plötzlich weg. In dieser Phase verlor Fate eine Minute. Danach erholte sie sich wieder und konnte schneller laufen, aber es reichte nicht mehr zum Streckenrekord“, sagte ihr Mann und Trainer Musa Roba-Kinkal.
„Ich freue mich sehr, dass ich wieder einen Marathon gewinnen konnte“, erklärte Fate Tola, die 2011 und 2012 jeweils beim Vienna City Marathon triumphiert hatte. „Ich bin nicht enttäuscht über den verpassten Kursrekord. Es wurde schwer ohne die Tempomacher. Jetzt werde ich mich zunächst erholen und dann beginnt die Vorbereitung auf den WM-Marathon in London.“
 

Text: race-news-service.com
Fotos: photorun.net

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